Von der Emanzipation der Reiseveranstaltung – Die Geschichte der Touropa

Ein bisschen was hat sie mit dem Volkswagen gemeinsam: Wie der „Käfer“ die Deutschen zur Kraftfahrernation machte, war die Touropa der Reiseveranstalter, der für viele Menschen im Land die ersten Schritte auf dem Weg zum Ruf als späterer „Reiseweltmeister“ bedeutete.

Im Kaiserreich und in der Weimarer Republik war das Reisen – vor allem ins Ausland – meist ein sehr exklusives und auch kostspieliges Vergnügen. Im Dritten Reich, bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, war es durch strikte Devisenverordnungen für die meisten praktisch unmöglich – oder höchstens auf den Kreuzfahrtschiffen der NS-Organisation „Kraft durch Freude“. Das Wirtschaftswunder, das für die einen später, für andere schon etwas früher begann, hat viel mit der Geschichte der Touropa zu tun.

Reisen für Otto Normalverbraucher

Kurz nach der Währungsreform, am 12. Oktober 1948, wurde sie gegründet – damals noch unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft DER Gesellschaftsreisen“, die zunächst noch bis 1951 bestand. Die Touropa wurde vom bremischberlinischen Wahlbayer Dr. Carl Degener, gemeinsam mit Emil Kipfmüller von Hapag-Lloyd, Karl Fuss vom Amtlichen Bayerischen Reisebüro (ABR) und F. B. Käppler vom Deutschen Reisebüro gegründet. Sie sollte die Ferienreise für den „kleinen Mann“ – oder wie in dieser Zeit ein bekannter Filmtitel hieß, für „Otto Normalverbraucher“ – erschwinglich machen. Eine gute Idee. Und schon im ersten Jahr, dem der Währungsreform – ungeachtet der vor allem einsetzenden „Fress- und Bekleidungswelle“ – gehen bereits 39 923 Reiseteilnehmer mit Touropa auf Tour.

Touropa Plakat von 1953

Touropa Plakat von 1953

Österreich-Visum und Liegewägen

Die ersten Sonderzüge fahren von Hamburg und Dortmund gen Süden. 22 Stunden dauert damals die Fahrt ins bayerische Ruhpolding. 1950/51 reisen die ersten Touropa-Kunden in die Schweiz, nach Österreich und Italien, 1953 bereits nach Jugoslawien und zu Rundreisen nach Spanien. Was in Zeiten des geeinten Europas heute fast unvorstellbar erscheint: Man brauchte selbst in die Schweiz, nach Österreich oder Italien Ein- und Durchreisevisa. Bis ins Jahr 1955 stapeln sich in der Touropa-Zentrale, die in einem halb zerbombten Haus am Münchner Stachus ihren ersten Sitz gefunden hatte, Reisepässe zu wahren Bergen. Denn bei allen Auslandreisen müssen ausser Visa auch noch die Hotelkosten und Devisen eingetragen werden. Ein Service, den die Touropa für ihre Kunden leistet. Vor allem die damalige Bundesbahn stellt das Hauptreisemittel, den Zug. Dr. Degener arbeitet eng mit ihr zusammen. Auch der „Liegewagen“ ist eine Entwicklung aus dieser Zeit.

Touropa Plakat von 1954

Touropa Plakat von 1954

Innovation – das machte Touropa groß

Bei der Entdeckung neuer Reiseziele (wie Mallorca, damals noch in einer beschwerlichen Kombination aus Zug-, Bus- und Schiffsreise), bei Schiffsreisen, bei Flugreisen, beim Sprung auf neue Kontinente. Zum Beispiel im Jahr 1953 nach Algerien (einschließlich Air-France-Flug und Kamelritt durch die Wüste, zu 898 DM). Reisen nach Ostafrika werden durch die Touropa in Deutschland beliebt, und eine weitere Erfindung des Dr. Degener ist die Seereise nach Baukastenprinzip, mit der Kombination von Kreuzfahrt, Badeaufenthalt und Rundreise. Als einziger Großveranstalter der Branche bietet die Touropa übrigens Anfang der 70er Jahre auch ein eigenes FKK-Reiseprogramm an. 1968 schließlich gehört die Touropa zu den Gründungsunternehmen der Touristik Union International, aus der mit TUI der heute größte Touristikkonzern entstanden ist.

Touropa Plakat von 1954-55

Touropa Plakat von 1954-55

touropa.com

2005 gab die Touropa den Namen für ein neues Zukunftsprojekt: touropa.com. touropa.com hat alle Abläufe der Veranstalterreise online ins Web übersetzt und realisiert dadurch Vorteile in punkto Geschwindigkeit, Prozesskosten und bei der Informationsqualität. Der Kunde profitiert dabei, weil er im Web riesige Wahlfreiheit und Informationsdichte hat – und dabei die Sicherheit eines Markenunternehmens mit Tradition und Touristikerfahrung. touropa.com ist ein großer virtueller Marktplatz im Netz, bei dem Kunden und Leistungsträger direkt zusammentreffen: Die Veranstalterreise der nächsten Generation heißt erneut Touropa.

Ein bisschen was hat sie mit dem Volkswagen gemeinsam: Wie der „Käfer“ die Deutschen zur Kraftfahrernation machte, war die Touropa der Reiseveranstalter, der für viele Menschen im Land die ersten Schritte auf dem Weg zum Ruf als späterer „Reiseweltmeister“ bedeutete.

Im Kaiserreich und in der Weimarer Republik war das Reisen – vor allem ins Ausland – meist ein sehr exklusives und auch kostspieliges Vergnügen. Im Dritten Reich, bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, durch strikte Devisenverordnungen für die meisten praktisch unmöglich – oder höchstens auf den Kreuzfahrtschiffen der NS-Organisation „Kraft durch Freude“. Das Wirtschaftswunder,
das für die einen später, für andere schon etwas früher begann, hat viel mit der Geschichte der Touropa zu tun.

Kurz nach der Währungsreform, am 12. Oktober 1948, wurde sie gegründet – damals noch unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft DER Gesellschaftsreisen“, der zunächst noch bis 1951 bestand. Die Touropa wurde vom bremischberlinischem Wahlbayer Dr. Carl Degener, gemeinsam mit Emil Kipfmüller von Hapag-Lloyd, Karl Fuss vom Amtlichen Bayerischen Reisebüro (ABR) und F. B. Käppler vom Deutschen Reisebüro gegründete. Sie sollte die Ferienreise für den „kleinen Mann“ – oder wie in dieser Zeit ein bekannter Filmtitel hieß, für „Otto Normalverbraucher“ – erschwinglich machen. Eine gute Idee. Und schon im ersten Jahr, dem der Währungsreform – ungeachtet der vor allem einsetzenden „Fress- und Bekleidungswelle“ – gehen bereits 39 923 Reiseteilnehmer mit Touropa auf Tour.

Die ersten Sonderzüge fahren von Hamburg und Dortmund gen Süden. 22 Stunden dauert damals die Fahrt ins bayerische Ruhpolding. 1950/51 reisen die ersten Touropa-Kunden in die Schweiz, nach Österreich und Italien, 1953 bereits nach Jugoslawien und zu Rundreisen nach Spanien. Was in Zeiten des geeinten Europas heute fast unvorstellbar erscheint: Man brauchte selbst in die Schweiz, nach Österreich oder Italien Ein- und Durchreisevisa. Bis ins Jahr 1955 stapeln sich in der Touropa-Zentrale, die in einem halb zerbombten Haus am Münchner Stachus ihren ersten Sitz gefunden hatte, Reisepässe zu wahren Bergen. Denn bei allen Auslandreisen müssen ausser Visa auch noch die Hotelkosten und Devisen eingetragen werden. Ein Service, den die Touropa für ihre Kunden leistet. Vor allem die damalige Bundesbahn stellt das Hauptreisemittel, den Zug. Dr. Degener arbeitet eng mit ihr zusammen. Auch der „Liegewagen“ ist eine Entwicklung aus dieser Zeit.

Innovation – das machte Touropa groß. Bei der Entdeckung neuer Reiseziele (wie Mallorca, damals noch in einer beschwerlichen Kombination aus Zug-, Bus- und Schiffsreise). Bei Schiffsreisen, bei Flugreisen, beim Sprung auf neue Kontinente. Zum Beispiel im Jahr 1953 nach Algerien (einschließlich Air-France-Flug und Kamelritt durch die Wüste, zu 898 DM). Reisen nach Ostafrika werden durch die Touropa in Deutschland beliebt, und eine weitere Erfindung des Dr. Degener ist die Seereise nach Baukastenprinzip, mit der Kombination von Kreuzfahrt, Badeaufenthalt und Rundreise. Als einziger Großveranstalter der Branche bietet die Touropa übrigens Anfang der 70er Jahre auch ein eigenes FKK-Reiseprogramm an. 1968 schließlich gehört die Touropa zu den Gründungsunternehmen der Touristik Union International, aus der mit TUI der heute größte Touristikkonzern entstanden ist.

2005 gab die Touropa den Namen für ein neues Zukunftsprojekt: touropa.com, ein Joint Venture der TUI AG und des Münchener Unternehmers Georg Eisenreich, mit 30jähriger Branchenerfahrung in der Touristik.

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